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Die Natura 2000 Gebiete im Überblick
Natura 2000

Was ist Natura 2000?
Natura 2000 und der Naturschutz entlang des Weges

Natura 2000, was ist das?

Natura 2000 und Naturschutz
7 Goldene Regeln


Natura 2000 ist ein neues, europäisches Schutzgebietssystem. Alle Staaten der Europäischen Union (EU) haben dem Aufbau dieses Netzwerkes von schützenswerten Lebensräumen zugestimmt. Ziel ist es, die biologische Vielfalt in Europa zu erhalten. Dies soll mit Hilfe eines Netzes von natürlichen und naturnahen Lebensräumen erfolgen. Gefährdete Tier- und Pflanzenarten und ihre Vorkommen gehören natürlich dazu. Ziel ist es, das Netz europaweit anzulegen und seine Elemente möglichst eng miteinander zu verpflechten. Auf diese Weise kann das europäische Naturerbe nachhaltig geschützt und für künftige Generationen bewahrt werden.

Grundlage für die bereits ausgewiesenen Schutzgebiete sind zwei EU-Richtlinien.


Zum einen handelt es sich um die Vogelschutzrichtlinie. Sie hat den langfristigen Schutz und die Erhaltung aller wildlebenden Vögel und ihrer Lebensräume in Europa zum Ziel.

Zum anderen ist es die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie genannt. Wie in diesem Namen zum Ausdruck gebracht, sollen die Fauna oder Tierwelt, die Flora oder Pflanzenwelt sowie die Habitate, also die natürlichen Lebensräume, erhalten und geschützt werden.

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Alle beiden Richtlinien sind verbindlich umzusetzendes EU-Recht. Im Kern beinhalten sie Artenschutz und Flächenschutz gleichermaßen. Die Staaten der EU wurden damit verpflichtet, Schutzgebiete für Vögel (gemäß Vogelschutzrichtlinie) sowie für andere Tier- und Pflanzenarten und bestimmte Lebensräume (gemäß FFH-Richtlinie) auszuweisen und sie darüber hinaus zu einem Netz zu verknüpfen. Das so entstandene Netz von Schutzgebieten heißt Natura 2000.

Es erstreckt sich von Skandinavien bis zum Mittelmeer. Die Unterschiede von Natur und Landschaft sind bei einer so großen geographischen Ausdehnung naturgemäß sehr vielfältig. Insgesamt unterscheidet man zwischen sechs sogenannten biogeographischen Regionen. Es handelt sich dabei um die kontinentale, die atlantische, die mediterrane, die boreale und die makaronesische Region. Jede von ihnen ist einzigartig und zeichnet sich durch typische Lebensräume sowie besondere Tier- und Pflanzenarten aus.


Unser Projektgebiet im Norden von Baden-Württemberg wird der kontinentalen Region zugeordnet. Hier findet man vielgestaltige, landestypische Lebensräume, die in das Netzwerk von Natura 2000 aufgenommen wurden. Dazu gehören beispielsweise Auenwälder, artenreiche Mähwiesen, Fließgewässer mit flutender Wasservegetation, Moore oder Trockenrasen.

Die entlang unserer ausgearbeiteten Wanderrouten vorkommenden Lebensraumtypen, die dem Netzwerk Natura 2000 angehören und damit von europäischer Bedeutung sind, werden nachfolgend in dieser Wander-Information bei den einzelnen Wanderetappen vorgestellt und detailliert beschrieben. Gleiches gilt natürlich auch für die besonders charakteristischen sowie geschützten Tier- und Pflanzenarten, die dort vorkommen.

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Im Vergleich zum bisherigen Schutzgebietsansatz in Deutschland, bei dem ca. 2 % der Landesfläche unter Naturschutz standen, ist die Schutzfläche durch Natura 2000 deutlich ausgeweitet worden. In Baden-Württemberg beispielsweise sind es jetzt rund 17,3 % der Gesamtfläche. Über diesen deutlichen Zuwachs und über die gezielte Vernetzung der einzelnen Gebiete hinaus, ist noch etwas neu. Früher waren alle Flächen innerhalb klassischer Naturschutzgebiete vollkommen geschützt. Heute sind bei Natura 2000-Gebieten nur die ausdrücklich in der FFH- und Vogelschutzrichtlinie genannten und dort auch in Anhängen aufgelisteten Tierarten, Pflanzenarten und Lebensraumtypen besonders geschützt. Das bedeutet, dass Nutzung prinzipiell in den Schutzgebieten zulässig bleibt, solange die geschützten Arten und Lebensräume nicht dauerhaft beeinträchtigt werden.

Es gilt das sogenannte Verschlechterungsverbot. Das bedeutet, dass alle Maßnahmen, Veränderungen und Störungen unzulässig sind, die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Die Erheblichkeit der Beeinträchtigung kann bei zu erhaltenden Tieren, Pflanzen oder Lebensraumtypen jedoch sehr unterschiedlich sein. Grundlage für die Beurteilung einer Verschlechterung sind die festgelegten Erhaltungsziele, die ebenfalls in den Anhängen von FFH- und Vogelschutzrichtlinie aufgeführt werden.


Die Erhaltungsziele sind darauf abgestimmt, den günstigen Erhaltungszustand der Lebensräume und Arten in den Natura 2000-Gebieten zu wahren oder wieder herzustellen. Sie werden von den jeweiligen Fachbehörden für jedes einzelne Gebiet in einem sogenannten Managementplan festgelegt.

Aus dem Verschlechterungsverbot ergibt sich somit die Verpflichtung zu einer nachhaltigen Entwicklung der Natura 2000-Gebiete, die eine natur- und landschaftsverträgliche Nutzung einschließt. Konkret bedeutet dies, dass Landwirtschaft, Forstwirtschaft, kommunale Entwicklungen oder touristische Nutzungen wie bisher möglich bleiben, wenn sie die Erhaltungsziele nicht erheblich beeinträchtigen. Erholung, ob beim Radfahren oder Wandern, ist somit in Natura 2000-Gebieten weiterhin möglich. Zeitliche und räumliche Einschränkungen der Nutzung können beispielsweise beim Kanufahren oder Klettern festgelegt werden, um empfindliche Arten zu schützen und ihr Überleben zu sichern. Da von maßvoll ausgeübten Aktivitäten, die sich an Naturschutzregeln orientieren, keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind, werden sie im Rahmen von Natura 2000 weiterhin zulässig bleiben.

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Natura 2000 und
Naturschutz entlang des Weges


Die Flächen, die als Vogelschutzgebiete oder Fauna-Flora-Habitat Gebiete (kurz FFH-Gebiete) das neue europäische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 bilden, stellen vielfältige Lebensräume dar. Allein in Baden-Württemberg werden 48 Lebensraumtypen als schützenswert eingestuft. Darunter befinden sich beispielsweise Pfeifengraswiesen, Hartholzauwälder, magere Flachland-Mähwiesen oder Schlucht- und Hangmischwälder, die auch entlang der vorgeschlagenen Wanderrouten im Projektgebiet vorkommen. Sie sind für die Erhaltung der biologischen Vielfalt von europaweiter Bedeutung. Gleiches gilt für eine beachtliche Zahl von Pflanzen- und Tierarten, deren Lebensräume es zu schützen gilt. Im Projektgebiet gehören dazu beispielsweise Vorkommen des Hirschkäfers, Großen Feuerfalters, Kommolches oder aller Fledermausarten. 

Wie für eine gute Verwaltung kennzeichnend, haben im Bereich von Natura 2000 alle Lebensraumtypen, Tier- und Pflanzenarten von europaweiter Bedeutung auch einen eigenen europäischen Code erhalten. In der entsprechenden Fachliteratur trägt der Hirschkäfer beispielsweise die Code-Nummer 1083, die Gelbbauchunke die Nummer 1193 und ein natürlicher, nährstoffreicher See die 3150.

Die in Baden-Württemberg und damit auch entlang unserer Wanderrouten ausgewiesenen Natura 2000-Gebiete orientieren sich sehr stark an bereits vorhandenen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten.


Wenn man so will, genießen viele Bereiche damit einen doppelten Schutzstatus. Sehr häufig stellen die Natura 2000-Gebiete jedoch eine deutliche Ausweitung der alten Naturschutzflächen dar. Für den künftigen Erhalt der biologischen Vielfalt in unserem Lande ist dies ausdrücklich zu begrüßen. 

Naturschutz lässt sich zwar behördlich anordnen und umsetzen. Die Akzeptanz bei den Menschen ist jedoch eng mit eigenen Erfahrungen und Aktivitäten verbunden. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas über die Natur zu erfahren und darüber die Bedeutung für ihren Schutz begreiflich werden zu lassen. Bei unseren Wanderungen finden sich zahlreiche Ansatzpunkte dafür. Unterwegs auf Schusters Rappen ist die Natur ständiger Begleiter. Vieles lässt sich aus nächster Nähe betrachten, bestimmen oder fotografieren. Besonders viel Spaß macht es, wenn die Naturerfahrung spielerisch daherkommt. Eine Fülle von Naturerlebnisspielen lässt sich unterwegs durchführen. Manche Aktivitäten setzen nur geringe oder keine naturkundlichen Kenntnisse voraus. Andere erfordern schon einen recht hohen Wissensstand. Wer diesen noch nicht in ausreichendem Maße mitbringt, dem können Bestimmungsbücher von Tieren und Pflanzen, Spiel- und Experimentieranleitungen oder der Rat von Experten, wie Förster, Ranger, Umweltpädagogen oder Naturschutzwächter, weiterhelfen. Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, die Natur kennenzulernen und damit gleichzeitig die Wichtigkeit von Naturschutz zu erfahren. 

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Bei jeder Wanderung kann man auch selbst etwas zur Schonung der Umwelt und zum Schutz der Natur praktisch beitragen. Vernünftiges und umsichtiges Verhalten bewirkt sehr viel.

Die nachfolgenden Regeln sind in diesem Zusammenhang als Hilfestellung und Anregung gedacht. 

7 goldene Regeln beim Wandern durch Natura 2000 


1.
Umweltfreundliche Verkehrsmittel, wie Bus, Bahn oder Fahrrad benutzen, um schon bei der An- und Abreise zum und vom Wandergebiet die Umwelt zu schonen. 

2.
Informationen vor der Wanderung einholen, um sich über den Weg selbst, über sensible Landschaftsbereiche und Schutzzonen zu informieren. 

3.
Wege benutzen, Trampelpfade und Abschneider vermeiden, nicht Querfeldeinlaufen. 

4.
Pflanzen schützen, keine Pflanzen oder Pflanzenteile von geschützten Arten der Natur entnehmen. 


5.
Tiere schützen, Schutzzonen und Wildeinstandsgebiete meiden, Tiere aus der Entfernung beobachten, Lärm vermeiden. 

6.
Abfälle nicht in der Landschaft zurücklassen, sondern sie zu Hause entsorgen.

7.
Hinweisschilder zum Naturschutz beachten, Rücksicht auf andere Erholungssuchende nehmen.

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